Das tubuläre invasive Karzinom der Brust ist ein Tumor, der gut differenziert ist. Die rein tubulären Karzinome machen nur 2% der mammären Karzinome aus. Da dies meist sehr kleine, nicht ertastbare Läsionen sind, sind sie auch schwer zu entdecken. Aber mit dem technischen Fortschritt der präventiven Voruntersuchung scheint nun die Krebsart häufiger zu sein, als man bisher angenommen hatte. Manche glauben das tubuläre invasive Karzinom könnte eine Übergangsform zu einer weniger gut differenzierten Form von Krebs sein, die dann von einer kanalären Neoplasie begleitet wird. Das Erscheinungsbild ist in der Mammographie stellär, mit schlecht definierten Grenzen, welches dem Bild einer radiären Narbe sehr ähnlich ist. Man begegnet jener in kleinen Herden und am häufigsten in Verbindung mit einem anderen Karzinom. Das tubulolobuläre Karzinom ist ein tubuläres Karzinom, das mit einem lobulären Karzinom assoziiert wird.

Das Wachstum der beiden Krebsformen ist ein sehr langsamer Prozess und hat eine gute Prognose, da die Lymphknoten - Metastasen selten sind - doch nur solange kein zusätzlicher Tumor bzw.Karzinom assoziiert wird.In fast allen Fällen findet man den intrakanalären Krebs, in Herden, in papillären Strukturen, in Cribriformen, oder in beiden Formen zusammen. Die Zellen sind sehr regelmässig und in von dickem faserigem Struma umgebenen Rohren angeordnet. Die Drüsen sind typisch geformt, mit einer einzigen klaren, kubischen Zellschicht ohne myoepitheliale Zellen. Die Oberfläche der Zellen zeigt kleine Einbuchtungen im Inneren des Lichts der Drüsen.

In der Zytologie gleicht das Gesamtbild einem Fibroadenom. Die Zellzahl ist reichhaltig und die Anhäufungen machen einen einheitlichen, gar fast banalen Eindruck. Beim tubulären Karzinom sind die Zellverbände länger und enger, wie Röhren, während beim Fibroadenom die Verbände breiter und blättrig sind. Ganz im Gegensatz zu jenem Fibroadenom kann man in vielen Fällen des tubulären Karzinoms myoepitheliale Zellen beobachten, die auf dem Grund des Abstrichs verstreut sind, jedoch nicht innerhalb der Verbände zu finden sind. Eine Färbung, welche die Muskelaktine der glatten Muskelfasern offensichtlich macht unterstützt die differentielle Diagnose.

Die zellulären Atypien sind nur sehr leicht, manchmal mässig. Das Chromatin ist nur leicht unregelmässig verteilt und kann zeitweise gerillte Zellkerne und zytoplasmatische Vakuolen aufweisen. Zytoplasmatische Vakuolen sind typischer für ein lobuläres Karzinom - vor allem als Bild einer Zielscheibe. Aber man findet sie auch bei kanalären Karzinomen. Die Nukleolen sind vorhanden aber nicht vorstehend. Die Zellen können isoliert oder als röhrenförmige Anhäufungen winklig oder gebogen sein. Es kann vorkommen, dass man in diesen Röhren Lichtungen beobachtet. Die Zellen sind im allgemeinen ziemlich zusammenhängend, doch an gewissen Stellen zeigen die Verbände sich loslösende Zellen. Mitosen sind eher selten wobei es Mikrokalzifikationen geben kann. Letztere können in anderen mammären Karzinomen, sowie in gutartigen Läsionen - wie in der sklerosierenden Adenose - vorkommen. Das faserige Struma kann durch elastisches Material dargestellt sein, als lange, grüne(mit der Papanicolaou - Färbung), fadenförmige Gebilde, die mit oder ohne isolierte Zellen vermischt sein können.

Kurz gesagt sind die tubulären Karzinome in der Zytologie extrem schwer zu diagnostizieren. Die Kriterien, die eine klare Diagnose zulassen würden, sind nicht immer präsent, oder werden ganz einfach übersehen. Bestenfalls kann man nur verdächtige Zellveränderungen bemerken und eine Biopsie empfehlen. Im hier dargelegten Fallmaterial hatte man das Glück alle klassischen Kriterien anzutreffen um eine vollständige Diagnose stellen zu können, was im Nachhinein von der Histologie bestätigt wurde.

81-jährige Frau. Masse der linken Brust.

 
  sehr zahlreiche Verbände von Tumorzellen - blättrig und röhrenähnlich, manchmal gebogen.  
       
  Die Tumorzellen machen einen einheitlichen Eindruck,ohne grosse Anisonukleose. Das Chromatin ist nicht hervorgehoben, die zellkerne sind nicht hervorstehend und die nukleären Ränder sind recht regelmässig. Mit Mühe kann man ein leichtes Auseinandertrennen der Zellen untereinander feststellen.  
       
  Anhäufung in röhrenähnlicher Anordnung. Beinhaltet 3 mitosen.  
       
  Die Nukleolen sind hier besser sichtbar und man kann mehrere Mikrokalzifikationen feststellen.  
       
  Anhäufung, die eine Drüse mit Lichtung darstellt.  
       
  Elastinfasern.  
       
  Zahlreiche Röhrengebilde, davon mehrere "verwinkelt".  
       
  Eine Drüse mit stärkerem objektiv betrachtet. Man kann die Abwesenheit von myoepithelialen Zellen feststellen. Die Drüse ruht somit frei auf dem Struma. Die zellkerne haben keine hervorstehenden Nukleolen, das Chromatin ist nicht sehr vergröbert. Keine deutliche Anisonukleose.  
 
   
  Dernière mise à jour: 31 janvier, 2004  
 

 

Pour en savoir plus:

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