Als Ursprung des Adenokarzinom in Situ der Endozervix gelten die Reservezellen unter dem zylindrischen Epithel. Mehr als 60% der Fälle werden mit einer Plattenepithelschädigung des Gebärmutterhalses in Verbindung gebracht - also vom einfachen Kondylom bis zu einer fortgeschrittenen Läsion, die manchmal bis zum invasiven Plattenepithelkarzinom führen kann. Jenes Adenokarzinom repräsentiert 5-8 % der Gebärmutterhalskrebse.

Es ist eine Schädigung, die schwer zu diagnostizieren ist, da sie sich einerseits auf der endozervikalen Seite der Umwandlungszone befinden kann, andererseits sogar auf dem Grund einer Drüse, bei welcher das Epithel am Eingang durch eine Plattenepithelmetaplasie ersetzt wurde. So werden jene Zellen ganz einfach nicht von den zur Entnahme verwendeten Instrumenten erfasst. Oder aber die Zellen wurden aus verschiedenen Gründen nicht als atypisch erkannt. Es kann auch sein, dass die Schädigung an einen endozervikalen Polypen grenzt. Aus histologischer Sicht ist die Abgrenzung zwischen dem Adenokarzinom und dem normalem Epithel abrupt. Die Diagnose basiert auf architektonischen und nukleären Kriterien.

Architektonische Kriterien:

Die blättrigen Verbände verlieren den typischen "Bienennest-Aspekt" und innerhalb der Zellanhäufungen ist eine Desorganisation ersichtlich. Die Zellen häufen sich aufeinander auf. Man kann eine klare Pseudostratifikation der Zellkerne an den äusseren Rändern jener Verbände beobachten. Es gibt ganz typische architektonische Aspekte beim Adenokarzinom in Situ der Endozervix. Z.B. den "poetisch" genannten "Federeffekt", bei welchem die Zellen der Drüsen sehr verlängert sind, d.h. deren spärlich vorhandenes Zytoplasma ist in die Länge gezogen, und die Zellkerne machen den Eindruck als ob sie die Anhäufung verlassen wollten, wie bei den entfaltenden Flügel eines Vogels.

Ein anderer charakteristischer Aspekt ist die Anordnung in Rosetten. Rosetten sind im allgemeinen von 30-40 Zellen geformt und durch die apikale Zone des Zytoplasmas miteinander verknüpft. Die Zellkerne sind in die externe Peripherie abgestossen, mit einer wichtigen Pseudostratifikation der Zellkerne.

Nukleäre Kriterien:

Die nukleären Kriterien bestehen aus einer mehr oder weniger wichtigen Anisonukleose, einem mehr oder weniger körnigen Chromatin, und Mitosen, die manchmal anormal sind. Die Kernmembranen können leicht unregelmässig und betont sein, jedoch nicht auf eine überaus auffällige Art und Weise. Die Nukleolen sind eher klein, ausser beim wenig differenzierten Adenokarzinom, wo sie als Makronukleole erscheinen können. Der Schleim hat Tendenz zu verschwinden. Sehr oft ist es so, dass die nukleären Atypien des Adenokarzinom in Situ des Gebärmutterhalses nicht soviel Aufmerksamkeit auf sich ziehen wie die Atypien des Plattenepithels.

Beim invasiven Adenokarzinom ist die unterschiedliche Grösse und Form der Zellkerne wichtiger. Die Chromatinverteilung ist unregelmässiger. Das Zytoplasma ist in reichem Überfluss vorhanden. Makronukleole sind ebenfalls vorhanden. Der Hintergrund des Präparates ist nekrotisch und blutig. Die Übergangsphase von einem Adenokarzinom in Situ zu einem invasiven Adenokarzinom dauert mehrere Jahre.

Die Diagnostik des Adenokarzinoms in Situ der Endozervix enthält auch Fallen. Die unscheinbaren Atypien, die Verwechslung mit den normalen Zylinderzellen ohne Zilien und den gutartigen Drüsenzellen der oberflächlichen Seite der Endozervix, oder mit Zellen des unteren Abschnittes des Endometriums sind die häufigsten Fallen. Man kann es auch mit gewissen Erscheinungsbildern von Plattenepithelveränderungen hohen Grades verwechseln. Umgekehrt kann es auch schwierig sein eine Unterscheidung zwischen reaktiven zylindrischen Zellen aufgrund einer Entzündung - einem Phänomen der Reparatur, also einer Reepithelisationszone, oder ganz einfach einem Phänomen der Degeneration zu treffen. Die zellulären Details können durch Blut oder Granulozyten verschleiert werden. Manchmal scheinen die Zellen auch bleich oder ausgewaschen, aufgrund eines technischen Problems wie schlechte Fixierung oder schwache Färbung. Daher ist es also wichtig zelluläre Details gewissenhaft auf starke Vergrösserungen zu analysieren. Die Diagnose basiert schlussendlich auf einer Sammlung von Kriterien und nie nur auf einem Einzigen.

Trotz allem kommt es zu oft vor, dass eine andere auffällige Veränderung, zum Nachteil einer (im Nachhinein) eindeutigen endozervikalen Schädigung, unsere volle Aufmerksamkeit erlangt. Man darf also die Möglichkeit einer mehrfachen Läsion niemals ausschliessen.

38 jährige Frau.

 

 
    Anordnung in Rosetten. Pseudostratifikation und sich vom Zellkern abhebendes Chromatin.  
         
    Leichte Rosettenanordnung. Anisonukleose und leicht betontes Chromatin.  
         
    Zellpalisade und pseudostratifizierte Zellkerne.  
         
    Anisonukleose, Zellkern mit granulärem Chromatin und hervorgehobener Kernmembran.  
         
    "Federeffekt".  
         
    Schlecht konservierter Zellverband, im selben Präparat, in welchem man die nach aussen abgestossenen Zellkerne unterscheidet, und jene, die eng zueinander gepresst sind.  
         
    Ausgetrocknete Zellanhäufung, die jedoch deutlich eine Anisonukleose, eine Pseudostratifikation der Zellkerne und sehr granuläres Chromatin zeigt.  
         
    Herd vom Adenokarzinom in Situ und von normalen endozervikalen Drüsen.  
         
    Drüse mit kleinem, sehr charakteristischen Herd des Adenokarzinoms in Situ. Die Zellkerne sind zusammengepfercht, pseudostratifiziert und das Chromatin granulär.  
       
 

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Dernière mise à jour: le 31 janvier, 2004

 
 

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